Angriffe auf Schiedsrichter arten aus – Hersbrucker Zeitung (21.07.2018)

Angriffe auf Schiedsrichter arten aus

Unparteiische mehrfach Opfer verbaler Angriffe und bösartiger Unterstellungen in sozialen Netzwerken

PEGNITZGRUND (kh) – Bei den vier Spielleitertagungen im Fußballkreis Erlangen-Pegnitzgrund haben Schiedsrichterobmann Stefan Stadelmann und sein Forchheimer Kollege Christoph Stühler kein Blatt vor den Mund genommen: Beide prangerten in deutlichen Worten die zunehmenden verbalen Angriffe auf die Unparteiischen an, die bis zu massiven Verunglimpfungen in sozialen Netzwerken gehen.

Stadelmann und Stühler sprachen in ihrer Bilanz zwar von einer von Schiedsrichterseite im Großen und Ganzen positiv verlaufenen Rückrunde. Allerdings sei der Gesamteindruck durch einige Vorfälle massiv getrübt worden.

Die gravierendsten Fälle, die auch harte Urteile der Sportgerichte nach sich zogen, waren die rassistische Beleidigung eines Schiedsrichters durch einen Zuschauer sowie permanente Unterstellungen von Mitgliedern eines Vereins aus dem Forchheimer Raum bis hin zur Führungsebene, dass die Referees die Spiele dieses Klubs bewusst manipulierten, damit dieser absteigt. Dieser Fall gipfelte schließlich in einer anwaltlichen Klage gegen einen Unparteiischen. Darüber hinaus seien Kommentare in sozialen Netzwerken, dass Spiele durch Fehlentscheidungen bewusst beeinflusst würden, ein ebenfalls immer weiter um sich greifendes Übel.

Beide Obmänner wollten den Stab jedoch nicht pauschal über die Fußballer brechen, sondern zeigten sich bemüht, die Situation zu verbessern. Allgemein gebe es, so Stadelmann, zu einem Spiel immer zwei Sichtweisen: „Die der Spieler und die der Schiedsrichter. „ Uns Schiedsrichtern liegt aber viel daran, dass wir versuchen, die Probleme gemeinsam mit euch zu lösen.“ Verbunden damit war das Angebot, gemeinsam daran zu arbeiten und den Austausch zwischen Unparteiischen und Vereinen zu fördern. Stadelmann: „Wir sind bereit,euch vor und auch während der Saison in der Regelkunde zu schulen.“ Dies geschehe vor dem Hintergrund einer vom KSO „immer wieder festzustellenden mangelnden Regelkenntnis“ bei Spielern und Trainern.

Intern haben die vier Schiedsrichtergruppen im Kreis Erlangen- Pegnitzgrund mit einem stetigen Rückgang der aktiv pfeifenden Kameraden zu kämpfen, verbunden mit Problemen in der Altersstruktur. In der kommenden Saison können die Spiele der BKlassen deshalb nur noch sehr eingeschränkt mit geprüften Referees besetzt werden. Bei der Tagung in Weingarts verständigten sichdie Schiedsrichterführungund die Vereine darauf, zumindest Spiele der führenden Teams in der untersten Spielklasse mit neutralen Schiedsrichtern zu besetzen.

Aushängeschild der heimischen Referees ist weiter Steffen Brütting von der Sp Vgg Effeltrich, der in der dritten Saison als Schiedsrichter in der 3. Liga und als Assistent für die2.Liga qualifiziert ist. Auf Verbandsebene sind Thorsten Wenzlik (TSV Velden) und Mario Hofmann (Buckenhofen), in der Bayernliga sowie Fabian Zimmermann (SK Heuchling), Benjamin Wagner (Kirchehrenbach), Manuel Doneff, Dominik Noegel (beide Weingarts) sowie Peter Frank (Uttenreuth) und Christoph Stühler (Oesdorf) in der Landesliga aktiv.

In der Spielordnung gibt es nur marginale Regeländerungen. Wegen eines rechtsradikalen Hintergrunds – unter Neonazis wird die Zahl 88 als getarnter Hitlergruß verwendet – darf die Rückennummer 88 künftig nicht mehr verwendet werden.

Ein letztes Mal nutzte Kreisehrenamtsbeauftragter (KEAB) Alexander Männlein die Gelegenheit, vor den Vertretern der Vereineaus dem Kreis über das Ehrenamt zu referieren und um Unterstützung dafür zu werben:„Das Ehrenamt ist ein Gewinn für jeden Verein.“ Männlein, der das Ehrenamt im Kreis fünf Jahre mit viel persönlichem Einsatz bekleidet und geprägt hat, ist zum Bezirksehrenamtsreferenten berufen worden. Deshalb wird im Kreis nun ein Nachfolger gesucht.

Kreisschiedsrichter-Obmann Stefan Stadelmann sprach mit deutlichen Worten den Umgang mit den Schiedsrichtern an. Fotos: M. Keilholz

Kreisehrenamtsbeauftragter (KEAB) Alexander Männlein ist zum Ehrenamtsreferenten des Bezirks berufen worden; der Fußballkreis sucht nun einen Nachfolger.

2018-07-23T11:06:13+02:00