Jubel oder Trubel? – Pegnitz Zeitung (17.08.2018)

Jubel oder Trubel?

Diepersdorf erwartet Hersbruck zum Kirwaspiel

DIEPERSDORF — Vorgezogenes Kirwaspiel gegen den Vizemeister 1.FC Hersbruck: Für die Sp Vgg Diepersdorf ist die Partie heute Abend (Anstoß: 18.30 Uhr) gegen den Tabellenführer, der mit drei Siegen und 10:1 Toren blendend aus den Startlöchern gekommen ist, der nächste Prüfstein der noch jungen Bezirksligasaison.

Die Fußballer von der Scherau, die nach einem Jahr Abwesenheit zurück im Bezirksoberhaus sind, haben nach zwei Siegen am vergangenen Sonntag in Buckenhofen (0:2) zum ersten Mal Federn gelassen. Die Gäste scheinen dagegen in der neuen Saison da weiterzumachen, wo sie das gesamte erste Halbjahr – ausgenommen die beiden Relegationsspiele gegen den SV Etzenricht – aufgehört haben und eilen bisher von Sieg zu Sieg. Dies unterstreicht die saisonübergreifende Bilanz mit 13 Siegen in 19 Spielen und nur zwei Niederlagen in diesem Jahr.

Erinnerung an Abstiegsduell

Im Vorfeld des Pegnitzgrund-Derbys geht bei beiden der Blick außerdem 14 Monate zurück, als sich die Wege der beiden – ebenfalls in der Bezirksliga – letztmalig gekreuzt haben. In der Schlussphase der Saison 2016/17 kämpften beide gegen den Abstieg, mit dem besseren Ende für die Gäste. Für die Hersbrucker bedeutete der 4:2-Sieg einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt, während für Sp Vgg-Spielertrainer Daniel Wolf und seine Elf nach der Niederlage der Gang zurück in die Kreisliga vorgezeichnet war.

Von den je 14 Akteuren, die damals auf beiden Seiten zum Einsatz gekommen waren, sind heute beim 1.FCH noch zwölf dabei; bei Diepersdorf dagegen nur noch deren sieben. Im Kader der Elf von Gästetrainer Stefan Erhardt steht mit Daniel Leitenbacher zudem ein Spieler, der vor eineinhalb Jahren noch das gegnerische Trikot getragen hat und über die Zwischenstation FC Amberg II jetzt in Hersbruck am Ball ist.

Sp Vgg-Trainer Daniel Wolf hat bei seiner Elf in Buckenhofen trotz der ersten Saisonniederlage gute Ansätze gesehen. Wolf: „Uns hat in der zweiten Halbzeit ein Tor gefehlt, um das Spiel zu drehen“.

Folgenschwere Verletzung

Die Partie wird bei ihm jedoch nicht nur wegen der 0:2-Niederlage in negativer Erinnerung bleiben. Patrick Schmidt, seit Jahren eine feste Größe in der Defensive der Sp Vgg, hat sich nämlich bei einem Zweikampf einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Womöglich bedeutet die schwere Verletzung sogar das Ende seiner Fußball- Laufbahn. Für die Position von Schmidt scheint René Gentes prädestiniert. Weiter ist damit zu rechnen, dass Markus Meier und André Gentes ihre Saisonpremiere geben.

Für Daniel Wolf ist Hersbruck in der Favoritenrolle. Wolf: „Wir wissen, dass wir den FC-Stürmern nicht viel Platz lassen dürfen. Dazu müssen wir defensiv wieder besser stehen als in der ersten Halbzeit in Buckenhofen.“ Gelingt dies, sollte die Sp Vgg durchaus eine Chance haben, etwas Zählbares mit aus dem Spiel zu nehmen – und danach auf der Kirchweih entsprechend zu feiern.

Dagegen weist FC-Trainer Stefan Erhardt eine Favoritenrolle seiner Elf – trotz des perfekten Saisonstarts mit drei Siegen, mit dem seine Elf nahtlos an die Erfolgsserie der Rückrunde angeknüpft hat, noch weit von sich. Erhardt: „Es läuft bisher sehr gut; wir müssen aber noch ein paar Spiele abwarten, damit die Tabelle Aussagekraft bekommt und wir wissen, wohin die Reise für uns hingehen kann“.

Nichtsdestotrotz ist der „Club“ aber auf einem sehr guten Weg. „Die Punkte die wir haben, kann uns niemand mehr nehmen“, so Erhardt. Der FC-Erfolgstrainer sieht sich durch den bisherigen Saisonverlauf darin bestätigt, dass man nach der verlorenen Relegation bewusst vier Wochen Pause gemacht hat, um abzuschalten und das Vergangene ruhen zu lassen.

Seine Elf sei danach wieder mit Freude in die Vorbereitung gestartet, so Erhardt weiter. Und diese Freude und Leichtigkeit werde durch die bisherigen drei Siege eindrucksvoll unterstrichen. Daran will der FC-Trainer in Diepersdorf anschließen, wobei Erhardt („Wir wollen wieder unser Spiel durchziehen“) für seine Elf ein hartes Stück Arbeit erwartet.

Der FC-Coach bringt dem Wiederaufsteiger zwar entsprechenden Respekt entgegen, legt im Vorfeld des Prestigeduells aber auch entsprechendes Selbstbewusstsein an den Tag. Erhardt: „Ich will immer gewinnen. Wenn das Spiel dann nicht mehr hergibt, bin ich vielleicht auch mit einem Punkt zufrieden“.

Bis auf Gabriel Karnoll, der vor Wochenfrist gegen Türkspor Nürnberg nach einem Ellbogenschlag seines Gegenspielers einen Augenhöhlenbruch erlitten hat und mindestens sechs Wochen ausfällt, wie Erhardt befürchtet, sind beim Vizemeister und Tabellenführer alle Mann an Bord.

MANFRED KEILHOLZ

2018-08-17T10:10:44+00:00