Alle Hürden weggeräumt – Hersbrucker Zeitung (05.07.2019)

Kreisklasse 4: SV Henfenfeld nervenstark – „Kleiner Club“ und „Taler“ mischen lange mit

PEGNITZGRUND (kh) – Der TSV Rückersdorf hat sich die Meisterschaft in der Kreisklasse 4 trotz eines schwachen Saisonfinales nicht mehr nehmen lassen. Für den SV Henfenfeld reichte es zwar nicht zum direkten Aufstieg, doch die Hammerbachtaler zeigten Moral und Nervenstärke. Mit Siegen im Entscheidungsspiel um Platz zwei gegen den FSV Weißenbunn (4:2) und in der Relegation gegen Hiltpoltstein (3:0) gelang die lang ersehnte Rückkehr in die Kreisliga. Während Henfenfeld jubelt, trägt der SV Offenhausen, dessen Abstieg sich bereits zur Winterpause abgezeichnet hatte, Trauer.

Der SV Henfenfeld , als erklärter Titelfavorit in die Saison gegangen, hat eine Saison, in der nicht alles glatt lief, zu einem erfolgreichen Ende gebracht und mit dem Aufstieg gekrönt. Die Hammerbachtaler mischten von Anfang an vorne mit und standen in der Vorrunde auch dreimal auf Tabellenrang eins, konnten aber kaum einmal überzeugen und entfachten bei ihrem Anhang wenig Begeisterung. Die zunehmende Entfremdung mit Trainer Peter Morawietz hatte schließlich dessen Entlassung zur Folge, wozu eine 0:5-Schlappe beim FSV Weißenbrunn im letzten Spiel vor der Winterpause den finalen Ausschlag gab. Eine gewagteZäsur,die sich aber auszahlte. Matthias Mayer übernahm die Herausforderung und krönte sein zeitlich begrenztes Engagement– für dieneueSaisonsind bereits Nägel mit Köpfen gemacht und Timm Loch (bisher ASV Herpersdorf) als Spielertrainer verpflichtet – mit dem Aufstieg.

Bis dahin war es allerdings ein beschwerlicher und nervenaufreibender Weg, den Kapitän Alexander Gajewski und seine Mitspieler gehen mussten. Exemplarisch dafür steht das Heimspiel gegen die SpVgg Weigendorf/Hartmannshof (3:3), als Benjamin Karg und Top-Torjäger Patrick Hirschmann (35 Treffer) in der Nachspielzeit ein praktisch verlorenes Spiel aus dem Feuer rissen und einen elementar wichtigen Punkt retteten.

Für Kreisliga-Absteiger

SpVgg Sittenbachtal blieb dagegen nur Rang drei. Mit zehn Auswärtssiegen, darunter einem 5:0 beim späteren Meister Rückersdorf, und 33 Punkten war das Team um Torjäger Tobias Scharrer (24 Treffer) das erfolgreichste Gästeteam, ließ allerdings vor heimischem Publikum zu viele Punkte liegen.

Die „Taler“ leisteten sich sieben Heimpleiten, darunter ein 0:1 gegen Absteiger SV Offenhausen, hatten es aber trotzdem bis zum viertletzten Spieltag selbst in der Hand. Trainer Thomas Scharrer und sein Team vermochten die Unbeständigkeit der Konkurrenz im Kampf um Platz zwei aber nicht für sich zu nutzen, sondern verspielten mit einer 2:3-Heimpleite gegen den direkten Konkurrenten FSV Weißenbrunn postwendend die vielversprechende Ausgangssituation.

Für Aufsteiger 1.FC Hersbruck II lag der Relegationsrang ebenfalls lange im Bereich des Möglichen. Das zweitbeste Vorrundenteam, bei dem 29 Spieler zum Einsatz kamen, musste im Verlauf der Rückrunde jedoch der Tatsache Tribut zollen, vermehrt Personal für die Bezirksligaelf abstellen zu müssen. Letztendlich ist Rang fünf für Trainer Stephan Schmeller und sein Team aber eine ausgezeichnete Platzierung.

Dahinter kam der SV Neuhaus auf Rang sechs ins Ziel. Das Team von Spielertrainer Ersin Akkaya verpatzte seinen Saisoneinstand mit einem 1:5 gegen die SpVgg Diepersdorf II und einer 3:7-Schlappe in Weißenbrunn gründlich, fand aber schnell in die Spur und hatte bis zur Winterpause zur Spitzengruppe aufgeschlossen.

Ganz nach oben reichte es dann allerdings nicht ganz. Nur einmal, nach dem vielversprechenden 4:0 gegen die SG Am Lichtenstein zum Start aus der Winterpause, schnupperten die Pegnitztaler als Tabellendritter am Relegationsrang, verloren jedoch mit einer sich anschließenden Negativserie entscheidend an Boden.

Die SpVgg Weigendorf/Hartmannshof startete mit vier Siegen und 23:1 Toren furios in die Saison, ehe der Höhenflug mit einem 2:5 in Schönberg abrupt endete. Im weiteren Verlauf fanden Spielertrainer Tobias Meyer und seine Elf nie wieder zur Dominanz der ersten Wochen zurück und beendeten die Saison mit einer ausgeglichenen Bilanz unspektakulär auf Rang neun.

Die SG Am Lichtenstein kam mit einem 4:1 in Sittenbachtal ebenfalls gut aus den Startlöchern und stand am ersten und dritten Spieltag auf Rang vier. Eine Tabellenregion, in deren Nähe Spielertrainer Sven Löhner und seine Elf, die mit Philipp Bär (23 Tore) zwar einen der erfolgreichsten Torschützen in ihren Reihen hatte, im weiteren Saisonverlauf nie wieder kamen.

Vielmehr pendelte sich die SG, die in der gesamten Hinrunde nur einen einzigen Heimsieg zustande brachte und neben Weißenbrunn als einziges Team Schlusslicht SV Schwaig II (0:1) einen Sieg gestattete, ab dem zehnten Spieltag auf den Rängen zehn bis zwölf ein. Beim zweiten Absteiger Offenhausen leistete sich die Löhner-Elf ebenfalls den Luxus einer 1:2-Niederlage, ehe eine abschließende 1:10-Heimschlappe gegen Schönberg den negativen Schlussakkord der Saison bedeutete.

Beim SV Offenhausen haben sich die Hoffnungen, das Ruder nach einer völlig verkorksten Vorrunde nach der Winterpause noch herumzureißen, nicht erfüllt. Der letztjährige Aufsteiger stand vom ersten Spieltag an auf einem der beiden Abstiegsränge und muss zusammen mit Schwaig II den Gang in die A-Klasse antreten.

2019-07-10T12:04:56+00:00