Wiederanpfiff (wohl) am 1. September – Hersbrucker Zeitung (21.04.2020)

Zwei Drittel der bayerischen Fußballvereine sprachen sich für einen „Neustart“ der Saison aus – Viel Zustimmung von heimischen Klubs

PEGNITZGRUND (kp) – Eine klare Zwei-Drittel-Mehrheit hat der Vorschlag des Vorstands des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) erhalten, die aktuell wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2019/20 noch bis zum 31. August auszusetzen und ab 1. September – wenn dann durch staatliche Vorgaben möglich – auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen. Im hiesigen Bereich stößt das auf Zustimmung.

68,13 Prozent der Klubs, die an der BFV-Abfrage teilnahmen, stimmten für „Ja“, das sind immerhin 2178 Vereine. 1019 (31,87 Prozent) sprachen sich dagegen aus. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 73,53 Prozent aller Fußballvereine im Freistaat. Aller Voraussicht nach wird der BFV-Vorstand am Mittwoch zusammenkommen und auch vor dem Hintergrund des Ergebnisses beraten.

Im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund waren es zwar nur knapp 61 Prozent Ja-Stimmen, darunter aber etliche Vereine aus Hersbruck und Umgebung. „Das ist im Großen und Ganzen die fairste Lösung“, sagt Fabian Lämmermann, Fußballabteilungsleiter des 1.FC Hersbruck . Aus Sicht der „Ersten“, derzeit auf Rang zehn der Bezirksliga, hätte ein Abbruch zwar den Klassenerhalt bedeutet, aber „wir wollen das sportlich durchziehen“. Und was, wenn die Liga im September in eine neue Saison geht und die dann im Spätherbst erneut abgebrochen werden müsste? „Dann wären zwei Spielzeiten dahin“, gibt Lämmermann

zu bedenken. Ein klares „Ja“ zum Neustart Anfang September kam auch vom SV Henfenfeld . Alles andere hätte vermutlich eine Klagewelle nach sich gezogen, vermutet Vorsitzender Holger Bayer und liegt damit auf einer Linie mit BFV-Präsident Rainer Koch. Sportlich rangieren beide Teams aus dem Hammerbachtal im Vorderfeld der Tabelle (Kreisliga und A-Klasse 5), insofern „wäre es für uns eigentlich egal, was passiert“, so Bayer – allerdings sei der Neustart besser geeignet, die Mannschaft beieinander zu halten, zumal sie mit Patrick Hirschmann ein Hochkaräter zu Saisonende Richtung FSV Erlangen-Bruck verlässt („Das tut weh, aber ich gönne ihm das“) .

Auch der FC Reichenschwand plädierte dafür, die Saison ab 1. September fortzusetzen. Einzig Trainer Philipp Lämmermann war dagegen – nicht wegen des prekären Tabellenstands seiner Elf, sondern weil es „sehr schwierig“ ist, seine Mannschaft unter den momentanen Gegebenheiten fit und bei der Stange zu halten.

Für „sinnvoll und die fairste Lösung“ hält Jürgen Schurath von der SpVgg Sittenbachtal einen Restart am 1. September.„ Für uns wäre ein Abbruch natürlich total ärgerlich“, sagt der Fußballabteilungsleiter des souveränen Spitzenreiters der Kreisklasse 4. Sollten die Corona-Krise und eventuell noch geltende staatliche Vorgaben den Anpfiff auch Anfang September verhindern, wären die „Taler“ dann allerdings dafür, die Spielzeit zu beenden, so Schurath, Auch die SG am Lichtenstein

sprach sich für den „Restart“ aus. „Das ist sinnvoll so und gibt uns Planungssicherheit“, sagt Markus Bauer, Vorsitzender des SC Pommelsbrunn, der mit dem SV Hohenstadt die SG bildet. Hätte die Mehrheit sich gegen diese Option ausgesprochen, hätte der BFV wohl trotzdem auf den Neustart gedrängt, vermutet er – um die vom Verband befürchtete Klagewelle zu verhindern.

 

2020-04-21T09:00:07+02:00