Offene Siebener-DM der Landesverbände – Hersbrucker Zeitung 31.08.2022

HERSBRUCK – Beim 1. FC Hersbruck drängen sich derzeit die Rugby-Höhepunkte: Nach dem „Altstadtfest-Siebener“ stehen am kommenden Samstag die besten deutschen Rugbyfrauen im Blickpunkt – bei der „offenen Siebener-DM der Landesverbände“.

„Mister Rugby“ Alexander Michl ist damit der nächste Coup gelungen. Bislang wurde dieses 2013 eingeführte Kräftemessen der Auswahlmannschaften aus den deutsche Landesverbänden stets in Rugby-Hochburgen wie Berlin, Würzburg oder Heidelberg ausgetragen. Nun will der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Rugbysports im Nürnberger Land und Leiter der entsprechenden Abteilungen beim TV Lauf und 1.  FC Hersbruck damit kräftig die Werbetrommel rühren, um „seinen“ Sport hier noch populärer zu machen.

Tolle Entwicklung

„Rugby wächst in Hersbruck“, sagt der frühere Bundesligaspieler Michl, auch weil Sponsoren wie Florian Günther von der hiesigen Firma Investorenausbildung die im Frühjahr 2021 gegründete Abteilung unterstützen und die Verantwortlichen des 1. FC Hersbruck das Ihre dazu beitragen, diesen dynamischen, aber hierzulande vielerorts immer noch recht unbekannten Sport in der Cittaslow fest zu etablieren. So stehen im heuer komplett überarbeiteten Geru-Plast-Sportpark zum Beispiel an den Kopfseiten des ehemaligen B-Platzes der Eintracht inzwischen fest verankerte Rugbytore mit den charakteristischen, hoch aufragenden Malstangen.

Zwischen denen tummeln sich am Samstag, 3. September, ab 12 Uhr vier deutsche Top-Frauenauswahlmannschaften aus Baden Württemberg, Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen, gespickt mit zahlreichen Bundesliga- und Nationalmannschaftsspielerinnen. Die ursprünglich ebenfalls gemeldeten Teams aus Hessen und Thüringen haben kurzfristig abgesagt, unter anderem wegen etlicher Coroanafälle. Zudem fehlt die Auswahl aus Niedersachsen, bei der ersten Austragung der Landesverbandsmeisterschaft anno 2013 immerhin Zweite. „Möglicherweiser ist ihnen die Anfahrt zu weit“, sagt Michl, der die Rückzüge bedauert – bedeuten sie doch immer wieder Pausen zwischen den einzelnen Partien, weil sonst das ein oder andere Team gleich zweimal hintereinander für die 2 mal 7 Minuten im Modus „Jeder gegen jeden“ aufs Feld müsste.

Dennoch bekommen die Zuschauer in Hersbruck ein erlesenes Teilnehmerquartett zu sehen: Baden-Württemberg, dessen Auswahl sich vornehmlich aus Spielerinnen des 7er-Serienmeisters Heidelberger RK und dessen Lokalrivalen SC Neuenheim (vier Titel) rekrutiert, gewann den Wettbewerb 2021 zum insgesamt fünften Mal. Die bayerische Auswahl – in der neben Frauen vom Münchener RFC und dem Würzburger RK auch die ein oder andere Aktive vom TSV 1846 Nürnberg auflaufen dürfte – trug sich 2019 in die Siegerliste ein und stand 2021 im Finale. Und Nordrhein-Westfalen war bislang zweimal Vizemeister und dreimal Dritter.

Offensive im Vorteil

Auch die „kleine“, seit 2016 olympische, Spielart des Rugby – das Siebener-Rugby – trägt zur Attraktivität des Turniertages bei: Weitestgehend den selben klaren und vom Schiedsrichter immer konsequent durchgesetzten Regeln wie das „Original“ mit 15 Akteuren gehorchend, besticht diese 1883 vom schottischen Metzger Ned Haig als „Geldbeschaffungsmaßnahme“ für den Rugby-Union-Verein von Melrose erdachte Variante durch technisch anspruchsvolles Kombinationsspiel, deutlich höheres Tempo und viel mehr Punkte. Das vor allem, weil wegen der verringerten Spieleranzahl bei gleicher Platzgröße die Vorteile deutlich in den Händen der jeweils angreifenden Mannschaft liegen.

„Es ist angerichtet für das nächste Rugby-Fest in Hersbruck“, sagt Alexander Michl. Er hofft auf zahlreiche Zuschauer, zumal am Samstag ab 16 Uhr nebenan die „Club“-Fußballer zum Bezirksliga-Derby gegen den FC Ottensoos auflaufen. „Da darf der ein oder andere gerne ein bisschen früher kommen und seine Vorfreude mit einer Prise Rugby steigern“, sagt Michl mit einem Lächeln.

Für Essen und Trinken ist gesorgt; der Eintritt ist frei.

2022-08-31T09:26:37+02:00